Ein Hähnchen, das noch wie früher schmeckt – Kikok 

Als Heiner und Werner Borgmeier vor 20 Jahren den Entschluss fassten, ein Hähnchen nicht allein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern vielmehr nach Qualitätskriterien auf den Markt zu bringen, war es nicht sicher, ob der Markt und die Endverbraucher bereit waren, ein nicht nur qualitativ hochwertiges, sondern auch preislich höheres Produkt aufzunehmen. Doch davon ließen sie sich nicht abbringen und hielten an ihrer Idee fest, mit einer Fleischqualität, die mehr Aroma entwickelt, eine Alternative zum konventionellen Hähnchen anzubieten.

Das etwas andere Hähnchen

Heute, fast 20 Jahre später, hat sich das Projekt, das seinerzeit gemeinsam mit einer Brüterei, verschiedenen Aufzuchtbetrieben, der damaligen CMA, dem Land Nordrhein- Westfalen und vor allem der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe ins Leben gerufen wurde, zur Erfolgsgeschichte entwickelt. Das Kikok-Hähnchen – das Hähnchen, das noch wie früher schmeckt – ist zu einer beliebten Delikatesse geworden, dessen feinen Geschmack ernährungsbewusste Verbraucher besonders schätzen. Der Phantasiename „Kikok“ – eine Kombination aus dem „Kikeriki“ eines vitalen Hahnes und dem „Coq“ eines fleischigen Feinschmeckerhähnchens“ – unterstreicht dabei den Anspruch, neben der Fleischqualität, das Tierwohl besonders zu berücksichtigen.

Mehr Geschmack durch langsameres Wachstum

Hähnchen, die mit Getreide langsamer aufgezogen werden, entwickeln eine bessere Fleischqualität mit sehr viel mehr Aroma. Deshalb bekommen Kikok-Hähnchen gegenüber konventioneller Erzeugung rund ein Viertel mehr Zeit zum Erreichen des Schlachtgewichtes. Gefüttert werden die Tiere auf rein pflanzlicher Basis mit Weizen und 50 Prozent Mais, so dass sie sich Maishähnchen nennen dürfen. Mais liefert Energie und zusammen mit Carotin entsteht der natürlich schwankende gelbe Hautton, der für Maishähnchen typisch ist. Gleichzeitig enthält das Futter weniger Fett und Protein als herkömmliche Futtermittel. Der geringere Energiegehalt wirkt wie eine Diät und führt dazu, dass der Kreislauf der Tiere entlastet und das Fleisch fester und aromatischer wird.

Mehr Platz und Bewegung

Um die Kikok-Hähnchen vor Parasiten und Krankheitserregern zu schützen, wird ihnen bewusst kein Auslauf im Freien gewährt. Die ist auch ein wichtiger Grund, weshalb auf die Gabe von Antibiotika gänzlich verzichtet werden kann. Dennoch haben die Tiere in ihren Ställen, in denen sie auf natürlichem Einstreu, mit Beschäftigungsmöglichkeiten und einem natürlichen Tag-Nachtrhythmus gehalten werden, weit mehr Bewegungsfreiheit als konventionelle Hähnchen, die entsprechend der deutschen Tierschutz-Nutztierhaltung gehalten werden. Während der Aufzucht kontrollieren Tierärzte zudem regelmäßig die Gesundheit der Hähnchen und die Hygiene im Stall. Sollte es dennoch einmal zu einer Infektion kommen, die einen Antibiotika-Einsatz zum Wohle der Tiere erfordert, werden sie aus dem Kikok-Programm genommen und als konventionelle Hähnchen vermarktet.

Strenge Regeln für sorglosen Genuss

Die strengen Kriterien der Aufzucht und Mast von Kikok-Hähnchen sind in einem Regelwerk genau festgelegt. Dieses Herkunfts- und Qualitätssicherungssystem beginnt schon beim Brutei und der gezielten Auswahl der regionalen Kikok-Aufzüchter und endet bei der Zerlegung. Mit einer maximalen Transportdauer von durchschnittlich nur einer Stunde in firmeneigenen Spezialfahrzeugen, werden bei Kikok-Hähnchen Tierschutzstandards gesetzt, die auch nach der Anlieferung am Schlachthof fortgesetzt werden.

Vielfältiges Sortiment

Heute arbeiten 14 Landwirte mit kleinen Stalleinheiten für das Programm und erzeugen jährlich rund 380.000 Hähnchen, die bundesweit in Fleischerfachgeschäften und auf Wochenmärkten erhältlich sind. Neben dem ganzen Kikok-Hähnchen, das für die sichere Zubereitung bereits mit einem Einweg-Thermometer versehen ist, das das Ende der Garzeit signalisiert, zählen inzwischen auch Hähnchenteile wie Brust und Brustfilets, Flügel und Schenkel sowie Geflügelaufschnitt, Geflügelbratwürstchen und das fein abgestimmte Kikok- H.hnchengewürz zum Sortiment.