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Bereicherung für den Bildungsstandort Raubling 

Selbstverteidigungskurs statt Ente süß-sauer, PC-Sprechstunde statt Reistafel, Motivationsseminar statt gebratener Nudeln. Über dem Modehaus Prechtl, wo vor gut einem Jahr noch chinesische Spezialitäten serviert wurden, dreht sich mittlerweile alles ums Thema Fortbildung. Nicht ohne Stolz präsentierten Andreas Prechtl und seine Frau Monika bei der offiziellen Einweihung der Prechtl-Akademie die hellen, ansprechend modern gestalteten Räume in der Friedrich-Fuckel-Straße. Viel Engagement und Herzblut stecken in dem zukunftsweisenden Projekt, das Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger vor rund 90 geladenen Gästen aus der Kommunalpolitik, der Wirtschaft und dem Schul- und Sozialwesen als Bereicherung für den „Bildungsstandort Raubling“ würdigte. Als einem Ort, an dem Wissen weitergegeben und Neues ausprobiert wird, hatte zuvor Diakon Josef Jackl der Einrichtung den kirchlichen Segen erteilt.

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Ausbildungsprogramme, fachliche Weiterbildung, persönliche Fortbildung und Impulsveranstaltungen – auf diesen vier Säulen ruht die Akademie, die auf rund 160 Quadratmetern mit zwei variablen Schulungsräumen und einer vollausgestatteten Küche reichlich Platz bietet für die hausinterne Schulung der Auszubildenden und deren Teilnahme am E-Learning-Angebot des Edeka Wissensportals, für Warenkundeseminare, für Lehrgänge zum geprüften Lebensmittelberater und für Kochkurse. Ergänzend dazu bieten Impulsvorträge und Unternehmerabende die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Und dank der Kooperation mit dem TuS Raubling umfasst das Fitness-Angebot auch Bodystiling,  Pilates, Yoga und Zumba.

 

Die Idee für eine firmeneigene Weiterbildungsstätte wurde indes bereits vor zwei Jahren geboren. Zwar misst das Familienunternehmen, das 1896 mit einem kleinen Gemischtwarenladen gegenüber des Raublinger Bahnhofs seinen Anfang genommen hat, dem Thema Fortbildung von jeher große Bedeutung bei, um den sich stetig ändernden Anforderungen der Kunden gerecht zu werden. Doch angesichts von 40 Neueinstellungen innerhalb eines Jahres zur Eröffnung des großen Prechtl Frischecenters in der Brannenburger Edelweißhalle war Monika Prechtl schnell klar: „Wir brauchen mehr als nur ein paar Schulungen. Wir brauchen ein Konzept!“ Zumal sich nicht nur die Suche nach Auszubildenden und qualifiziertem Personal immer schwieriger gestalte, sondern auch deren langfristige Bindung an ein Unternehmen. „Die Möglichkeit zur fachlichen wie zur persönlichen Weiterbildung spielt eine große Rolle bei der Entscheidung für einen Arbeitsplatz.“, weiß sie aus zahlreichen Bewerbungsgesprächen. Entsprechend greift  Akademie-Leiterin Nicole Reidelbach in dem breitgefächerten Seminar-Programm auch die Wünsche und Anregungen aus der vorangegangenen Befragung aller 220 Mitarbeiter in den drei Frischecentern (Raubling, Brannenburg und Bad Aibling) sowie im Modehaus auf.

 

Die Philosophie der Prechtl-Akademie hat die Raublinger Künstlerin Johanna Dorner anschaulich „übersetzt“. Mit einem großen lachenden Herzen und einem Segelschiff auf hoher See bringt sie bildhaft die Vision zum Ausdruck, die der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry bereits vor Jahrzehnten in schlichte Worte gefasst hat: „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

 

Offen für neue Wege ist das Unternehmen, das neben der Erweiterung des Getränkemarkts und des Frischecenters in Raubling eine weitere Filiale in Bad Feilnbach eröffnen will, auch anderweitig. Einen Einblick in die innovativen Ausbildungsangebote für Schulabgänger und Quereinsteiger gaben beispielsweise drei Auszubildende; sie stellten ihren ganz individuellen Weg zur und bei der Firma Prechtl vor. Unter anderem skizzierte eine 24jährige ihren Werdegang vom Abitur über ein abgebrochenes Lehramtsstudium und eine abgeschlossene Ausbildung zur Konditorin (die junge Frau wurde mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet, kann den Beruf jedoch wegen einer Allergie nicht ausüben) bis hin zum Dualen Studium und dem bevorstehenden Abschluss zur Handelsfachwirtin.