Bad Feilnbach – „Mia gfrein uns!“ Treffender hätte Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner die Gemütslage der 250 geladenen Gäste im neuen Prechtl-Markt wohl nicht auf den Punkt bringen können. Denn am 04.07.2018 wurde – nach knapp 16-monatiger Bauphase – der Vollsortimenter in der Ortsmitte eingeweiht.

„Uns war es wichtig, ein Gebäude zu bauen, das dem prominenten Standort in der Ortsmitte gerecht wird“, betonte Andreas Prechtl bei seiner Eröffnungsrede. Dies spiegelt nicht nur die Fassade aus Brannenburger Biberstein (Nagelfluh) wider. Auch die Ausstattung im Inneren wurde mit viel Liebe zum Detail passend zur ländlichen Umgebung gestaltet. Alte Bilder geben dort zudem Einblick in die Geschichte von Bad Feilnbach. Prechtl: „Im Markt ist die Heimat erlebbar.“ Und auch beim Personal stoße man auf viele vertraute Gesichter: Von den 45 Mitarbeitern stammen 18 aus dem Ort.

Entsprechend lobte Bürgermeister Wallner das Wohn- und Geschäftshaus in zentraler Lage als ein „Schmuckstück“, mit dem nach zehn Jahren eine Vision Wirklichkeit geworden sei und das wesentlich zur Aufwertung und Belebung des Ortskerns beitrage; zumal am gleichen Tag die neugestaltete Kufsteiner Straße ihrer Bestimmung übergeben worden ist. Mit seinem Präsent – einem Apfelbaum – stellte er zudem sicher, dass auch hier das Markenzeichen der Gemeinde Bad Feilnbach Wurzeln schlägt. Der rote Boskop trug unterdessen, anstelle von Früchten, zunächst Fotos zur Erinnerung an die lärm- und staubträchtige Bauphase.

Auf rund 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche präsentiert das Familienunternehmen Prechtl an seinem neuen Standort ein umfangreiches Sortiment an Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs mit zirka 16.000 verschiedenen Artikeln. An der mehr als 20 Meter langen Bedientheke erwartet die Kunden besondere Schmankerl wie hausgereiftes Dry-Aged-Fleisch sowie eine große Palette an regionalen und lokalen Produkten. Ein maßgeschneidertes Regal für die umfangreiche Auswahl an Gewürzen bringt nicht nur eingefleischte Hobbyköche auf den Geschmack. Und auch an der Obstabteilung im Eingangsbereich kommt man buchstäblich nicht vorbei: Sie hat auf einer Fläche von 160 Quadratmetern Frische von A(pfel) bis Z(ucchini) zu bieten. Zum Markt gehört darüber hinaus eine Bäckerei mit einem Sitzplatzbereich, die von der ortsansässigen Familie Pichler betrieben wird.

Besonderes Augenmerk haben die Bauherren auf den Umweltschutz gelegt: Unter anderem wird für alle Kühlanlagen ausschließlich umweltfreundliches CO2 verwendet; die Abwärme der Kühlanlagen wird für die Beheizung und für das Warmwasser des gesamten Hauses genutzt; moderne LED-Technik für die Beleuchtung reduziert den Energiebedarf zusätzlich erheblich; und nicht zuletzt ist das Gebäude an das neue Nahwärme-Netz der Gemeinde angeschlossen, das mit Hackschnitzeln betrieben wird.

Als klares Bekenntnis zur Heimat würdigte auch Leo Schwaiberger, Aufsichtsratsvorsitzender der Edeka Südbayern, das Konzept des mittlerweile vierten Supermarkts des Familienunternehmens, dessen Grundstein vor 120 Jahren mit einem kleinen Kramerladen in der Bahnhofstraße in Raubling gelegt worden ist. „Das ist Regionalität pur.“ Tatkraft, unternehmerischer Mut und die Bereitschaft zur steten Weiterentwicklung hätten diesen Leuchtturm der Edeka Südbayern erst möglich gemacht.

Den kirchlichen Segen spendeten der katholische Diakon Josef Jackl und Pfarrer Andreas Strauß. Und für die zünftige musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgte das Quintett der Feilnbacher Musi.